Folge 9: „Es ging um Klarheit!“ – Der Streik der Müllwerker in Ost-Berlin 1990

26.06.1990: Müllfahrer streiken vor dem Roten Rathaus in Berlin
© ddrbildarchiv.de/Burkhard Lange

Das Jahr 1990 war ein Jahr des Arbeitskampfs. In Ost-Berlin streikten u.a. Beschäftigte der Krankenhäuser, des Einzelhandels und Volkspolizistinnen und Volkspolizisten. Die Müllwerker gehörten – mit einem Warnstreik im Januar und einem unbefristeten Ausstand im Juni – ebenfalls zu den Streikenden. Sie wollten Klarheit, wie es in ihrem Betrieb weitergehen sollte. Das Ende der SED-Diktatur und die sich anbahnende Vereinigung Deutschlands veränderte für sie – wie für die meisten Beschäftigten in der DDR – die ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen grundlegend. Auf der Agenda der Müllwerker standen Forderungen wie gerechtere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und faire Entsorgungsgebühren. Letztlich wollten sie auch ein Bekenntnis vom Magistrat Ost-Berlins: Das Kombinat Stadtwirtschaft, dem die Müllabfuhr zugeordnet war, sollte zum kommunalen Betrieb werden.

Unser Gast:

Frank Batsch arbeitete 1990 in einem der Betriebshöfe der Müllabfuhr als Kfz-Schlosser und war Vertrauensmann seiner Kolleginnen und Kollegen. Im BABcast erzählt er, wie die Stimmung 1990 im Betrieb war und wie es zum Streik kam.

Podcastgast Frank Batsch und Andrea bei der Aufnahme, © Jens Schöne/BAB
Frank Batsch in den 80ern, © Privat

Musik: Alexander Köpke und Maximilian Schöne, 2020

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