Glossar

AG Sicherheit (Arbeitsgruppe zur Auflösung des Amtes für Nationale Sicherheit) Arbeitsgruppe des → Zentralen Runden Tisches, die Ende Dezember 1989 eingesetzt wurde, um die Auflösung des ehemaligen → Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) zu begleiten und zu kontrollieren.

Allianz für Deutschland
Wahlbündnis aus → CDU (DDR), → DSU und → DA zur Parlamentswahl in der DDR am 18. März 1990; geschlossen am 5. Februar 1990. Das Bündnis tritt für eine schnelle deutsche Wiedervereinigung ein und erringt bei der Parlamentswahl die meisten Stimmen (48,15 %). Zusammen mit der → SPD (DDR) und der Fraktion → Die Liberalen bildet die Allianz für Deutschland die letzte DDR-Regierung.

Alliierte Kommandantur
Im Sommer 1945 gegründetes Gremium der vier Besatzungsmächte (USA, Frankreich, Großbritannien, Sowjetunion) zur gemeinsamen Verwaltung Berlins. 1948 tritt die Sowjetunion aus dem Gremium aus, der Vier-Mächte-Status Berlins bleibt aber erhalten. Ab 1949 nehmen die drei westlichen Besatzungsmächte eher eine Beraterfunktion gegenüber der Stadtregierung in West-Berlin ein. Offiziell endet die Arbeit des Gremiums 1991.

Alternative Liste (AL)
Alternative Liste für Demokratie und Umweltschutz
1978 in West-Berlin gegründete grün-alternative Partei. Nimmt ab 1980 die Funktion eines Landesverbandes der → Grünen in West-Berlin wahr. Zieht 1981 in das West-Berliner Parlament ein. Bildet im Frühjahr 1989 eine rot-grüne Koalition mit der → SPD. Die AL kündigt diese Koalition im November 1990, nach der Räumung mehrerer besetzter Häuser in der Mainzer Straße in Berlin-Friedrichshain. 1993 schließt sich die AL in Berlin mit dem → Bündnis 90 zum Landesverband Bündnis 90/Die Grünen zusammen.

Amt für Nationale Sicherheit (AfNS)
Geht im November 1989 aus der → Stasi hervor. Im März 1990 aufgelöst.

Arbeitskollektiv
Begriff aus der DDR für eine Gruppe von Arbeiterinnen und Arbeitern, die innerhalb eines Betriebes zusammengehörten.

AG Sicherheit (Arbeitsgruppe zur Auflösung des Amtes für Nationale Sicherheit) Arbeitsgruppe des → Zentralen Runden Tisches, die Ende Dezember 1989 eingesetzt wurde, um die Auflösung des ehemaligen → Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) zu begleiten und zu kontrollieren.

Allianz für Deutschland
Wahlbündnis aus → CDU (DDR), → DSU und → DA zur Parlamentswahl in der DDR am 18. März 1990; geschlossen am 5. Februar 1990. Das Bündnis tritt für eine schnelle deutsche Wiedervereinigung ein und erringt bei der Parlamentswahl die meisten Stimmen (48,15 %). Zusammen mit der → SPD (DDR) und der Fraktion → Die Liberalen bildet die Allianz für Deutschland die letzte DDR-Regierung.

Alliierte Kommandantur
Im Sommer 1945 gegründetes Gremium der vier Besatzungsmächte (USA, Frankreich, Großbritannien, Sowjetunion) zur gemeinsamen Verwaltung Berlins. 1948 tritt die Sowjetunion aus dem Gremium aus, der Vier-Mächte-Status Berlins bleibt aber erhalten. Ab 1949 nehmen die drei westlichen Besatzungsmächte eher eine Beraterfunktion gegenüber der Stadtregierung in West-Berlin ein. Offiziell endet die Arbeit des Gremiums 1991.

Alternative Liste (AL)
Alternative Liste für Demokratie und Umweltschutz
1978 in West-Berlin gegründete grün-alternative Partei. Nimmt ab 1980 die Funktion eines Landesverbandes der → Grünen in West-Berlin wahr. Zieht 1981 in das West-Berliner Parlament ein. Bildet im Frühjahr 1989 eine rot-grüne Koalition mit der → SPD. Die AL kündigt diese Koalition im November 1990, nach der Räumung mehrerer besetzter Häuser in der Mainzer Straße in Berlin-Friedrichshain. 1993 schließt sich die AL in Berlin mit dem → Bündnis 90 zum Landesverband Bündnis 90/Die Grünen zusammen.

Amt für Nationale Sicherheit (AfNS)
Geht im November 1989 aus der → Stasi hervor. Im März 1990 aufgelöst.

Arbeitskollektiv
Begriff aus der DDR für eine Gruppe von Arbeiterinnen und Arbeitern, die innerhalb eines Betriebes zusammengehörten.

Artikel 23 des Grundgesetzes der Bundesrepublik (in der Fassung von 1949)
„Dieses Grundgesetz gilt zunächst im Gebiet der Länder Baden, Bayern, Bremen, Groß-Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern. In anderen Teilen Deutschlands ist es nach deren Beitritt in Kraft zu setzen.“
Er wird auch als Beitrittsartikel bezeichnet und regelt die Übernahme des Grundgesetzes durch „andere Teile Deutschlands“ bzw. durch später hinzugekommene Länder (z. B. das Saarland). Nach 1990 wird er aus dem Grundgesetz gestrichen.

BFC Dynamo
Ost-Berliner Fußballverein, der personell und finanziell von der → Stasi unterstützt wird. Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit in der → DDR ist lange Jahre Ehrenvorsitzender des Vereins.

BGB
Bürgerliches Gesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland

Blockparteien
Parteien in der DDR, die sich dem Machtanspruch der → SED unterordnen. Dazu zählen → CDU (DDR), → DBD, → LDPD und → NDPD.

BND (Bundesnachrichtendienst)
Auslandsgeheimdienst der Bundesrepublik Deutschland, 1956 gegründet

BSG
Betriebssportgemeinschaft
Sportgruppen, bei denen ein Betrieb als Träger fungierte, also die finanzielle Förderung übernahm. Angehörige dieser Gruppen waren oft Arbeiterinnen und Arbeiter des Trägerbetriebs.

Bündnis 90
Wahlbündnis von Gruppen der Bürgerbewegung und der Opposition in der DDR; am 7. Februar 1990 für die Parlamentswahl am 18. März 1990 gegründet. Darin schließen sich → Neues Forum, die → Initiative Frieden und Menschenrechte sowie → Demokratie Jetzt zusammen. Sie erringen bei der Parlamentswahl am 18. März 1990 2,91 % der Stimmen. Am 21. September 1991 gründet sich die Partei Bündnis 90, die aus anderen Gruppen besteht und sich 1993 mit der Partei → Die Grünen zu Bündnis 90/Die Grünen vereinigt.

Bürgerkomitee
Anfang Dezember 1989 in vielen Städten der DDR gebildet, um eine Vernichtung der Stasi-Akten zu verhindern. Sie besetzen die Bezirks- und Kreisdienststellen der → Stasi. In den Bürgerkomitees engagieren sich neben Anhängern der Opposition auch andere couragierte DDR-Bürgerinnen und Bürger. In Berlin gründet sich erst am 15. Januar 1990 ein Bürgerkomitee und besetzt die Stasi-Zentrale in der Normannenstraße.

Bund der Vertriebenen
Bund der Vertriebenen – Vereinigte Landsmannschaften und Landesverbände e. V.
Dachverband der Vertriebenenverbände in Deutschland. Er hat den Anspruch, die Interessen der von Flucht, Vertreibung und Aussiedlung betroffenen Deutschen zu vertreten.

Bund Freier Demokraten
Wahlbündnis aus → LDP, → DFP und → F.D.P. der DDR zur Parlamentswahl in der DDR am 18. März 1990; gegründet am 12. Februar 1990. Erzielt bei den Parlamentswahlen 5,28 % der Stimmen.

BFC Dynamo
Ost-Berliner Fußballverein, der personell und finanziell von der → Stasi unterstützt wird. Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit in der → DDR ist lange Jahre Ehrenvorsitzender des Vereins.

BGB
Bürgerliches Gesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland

Blockparteien
Parteien in der DDR, die sich dem Machtanspruch der → SED unterordnen. Dazu zählen → CDU (DDR), → DBD, → LDPD und → NDPD.

BND (Bundesnachrichtendienst)
Auslandsgeheimdienst der Bundesrepublik Deutschland, 1956 gegründet

BSG
Betriebssportgemeinschaft
Sportgruppen, bei denen ein Betrieb als Träger fungierte, also die finanzielle Förderung übernahm. Angehörige dieser Gruppen waren oft Arbeiterinnen und Arbeiter des Trägerbetriebs.

Bündnis 90
Wahlbündnis von Gruppen der Bürgerbewegung und der Opposition in der DDR; am 7. Februar 1990 für die Parlamentswahl am 18. März 1990 gegründet. Darin schließen sich → Neues Forum, die → Initiative Frieden und Menschenrechte sowie → Demokratie Jetzt zusammen. Sie erringen bei der Parlamentswahl am 18. März 1990 2,91 % der Stimmen. Am 21. September 1991 gründet sich die Partei Bündnis 90, die aus anderen Gruppen besteht und sich 1993 mit der Partei → Die Grünen zu Bündnis 90/Die Grünen vereinigt.

Bürgerkomitee
Anfang Dezember 1989 in vielen Städten der DDR gebildet, um eine Vernichtung der Stasi-Akten zu verhindern. Sie besetzen die Bezirks- und Kreisdienststellen der → Stasi. In den Bürgerkomitees engagieren sich neben Anhängern der Opposition auch andere couragierte DDR-Bürgerinnen und Bürger. In Berlin gründet sich erst am 15. Januar 1990 ein Bürgerkomitee und besetzt die Stasi-Zentrale in der Normannenstraße.

Bund der Vertriebenen
Bund der Vertriebenen – Vereinigte Landsmannschaften und Landesverbände e. V.
Dachverband der Vertriebenenverbände in Deutschland. Er hat den Anspruch, die Interessen der von Flucht, Vertreibung und Aussiedlung betroffenen Deutschen zu vertreten.

Bund Freier Demokraten
Wahlbündnis aus → LDP, → DFP und → F.D.P. der DDR zur Parlamentswahl in der DDR am 18. März 1990; gegründet am 12. Februar 1990. Erzielt bei den Parlamentswahlen 5,28 % der Stimmen.

Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU)
Behörde, die auf der Basis des Stasi-Unterlagen-Gesetzes die Akten und Dokumente der → Stasi verwahrt, erforscht und zugänglich macht. Bereits 1990 als Sonderbeauftragter für die personenbezogenen Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes der DDR ins Leben gerufen. Damit wurde eine Forderung der → Bürgerkomitees erfüllt.

CDU
Christlich Demokratische Union Deutschlands
Nach dem Zweiten Weltkrieg als überkonfessionelle christliche Partei gegründet.

CDU (DDR)
Christlich Demokratische Union Deutschlands (DDR)
Im Juni 1945 in der → Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) gegründet. Bis zum Herbst 1989 ordnet sie sich als → Blockpartei dem Machtanspruch der → SED unter. Auf einem Parteitag am 1./2. Oktober 1990 tritt sie der westdeutschen → CDU bei.

Checkpoint Charlie
Grenzübergang an der heutigen Ecke Friedrichstraße/Zimmerstraße/Kochstraße in Berlin-Mitte. Er verbindet den sowjetischen und den amerikanischen Sektor Berlins und wird vor allem vom Militärpersonal der Alliierten genutzt.

CDU
Christlich Demokratische Union Deutschlands
Nach dem Zweiten Weltkrieg als überkonfessionelle christliche Partei gegründet.

CDU (DDR)
Christlich Demokratische Union Deutschlands (DDR)
Im Juni 1945 in der → Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) gegründet. Bis zum Herbst 1989 ordnet sie sich als → Blockpartei dem Machtanspruch der → SED unter. Auf einem Parteitag am 1./2. Oktober 1990 tritt sie der westdeutschen → CDU bei.

Checkpoint Charlie
Grenzübergang an der heutigen Ecke Friedrichstraße/Zimmerstraße/Kochstraße in Berlin-Mitte. Er verbindet den sowjetischen und den amerikanischen Sektor Berlins und wird vor allem vom Militärpersonal der Alliierten genutzt.

Christopher-Street-Day
Demonstrationstag für die Rechte und gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender. Erinnert an die Aktionen von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen Polizeiwillkür in der Christopher Street in New York Ende der 1960er Jahre.

DA
Demokratischer Aufbruch
Ende Oktober 1989 in der → DDR gegründete Gruppe der Bürgerbewegung, die eine Reformierung und Demokratisierung der DDR zum Ziel hat. Im Dezember 1989 formiert sich die Gruppe als Partei und schickt Vertreter an den → Zentralen Runden Tisch. Bei der Parlamentswahl in der DDR am 18. März 1990 ist der DA Teil des Wahlbündnisses → Allianz für Deutschland. Im August 1990 fusioniert der DA mit der → CDU (DDR).

DBD
Demokratische Bauernpartei Deutschlands
→ Blockpartei in der → DDR, 1948 gegründet. Erhielt bei der Parlamentswahl in der DDR am 18. März 1990 nur 2,18 % der Stimmen. Fusionierte im September 1990 mit der → CDU (DDR).

DDR
Deutsche Demokratische Republik
Am 7. Oktober 1949 als Staat aus der → Sowjetischen Besatzungszone hervorgegangen. Am 3. Oktober 1990 der Bundesrepublik gemäß → Artikel 23 des Grundgesetzes beigetreten.

Demokratie Jetzt
Im September 1989 in der → DDR entstandene Gruppe der Bürgerbewegung, die eine Demokratisierung der DDR zum Ziel hat. Sie schickt Vertreterinnen und Vertreter an den → Zentralen Runden Tisch. Im Jahr 1991 fusioniert Demokratie Jetzt mit anderen Gruppen zur Partei → Bündnis 90.

DFB
Deutscher Fußball-Bund
Seit 1900 Dachverband der Fußballverbände der Bundesrepublik Deutschland

DFP
Deutsche Forumpartei
Als Abspaltung des → Neuen Forums im Januar 1990 gegründete liberale Partei. Schließt sich für die Parlamentswahl in der DDR am 18. März 1990 dem Wahlbündnis → Bund Freier Demokraten an. Im August 1990 gliedert sie sich in die westdeutsche → FDP ein.

DFV
Deutscher Fußball-Verband
Von 1958 bis 1990 Fußball-Verband der → DDR

DSU
Deutsche Soziale Union
Im Januar 1990 gegründete rechtskonservative Partei und Teil des Wahlbündnisses → Allianz für Deutschland.

DA
Demokratischer Aufbruch
Ende Oktober 1989 in der → DDR gegründete Gruppe der Bürgerbewegung, die eine Reformierung und Demokratisierung der DDR zum Ziel hat. Im Dezember 1989 formiert sich die Gruppe als Partei und schickt Vertreter an den → Zentralen Runden Tisch. Bei der Parlamentswahl in der DDR am 18. März 1990 ist der DA Teil des Wahlbündnisses → Allianz für Deutschland. Im August 1990 fusioniert der DA mit der → CDU (DDR).

DBD
Demokratische Bauernpartei Deutschlands
→ Blockpartei in der → DDR, 1948 gegründet. Erhielt bei der Parlamentswahl in der DDR am 18. März 1990 nur 2,18 % der Stimmen. Fusionierte im September 1990 mit der → CDU (DDR).

DDR
Deutsche Demokratische Republik
Am 7. Oktober 1949 als Staat aus der → Sowjetischen Besatzungszone hervorgegangen. Am 3. Oktober 1990 der Bundesrepublik gemäß → Artikel 23 des Grundgesetzes beigetreten.

Demokratie Jetzt
Im September 1989 in der → DDR entstandene Gruppe der Bürgerbewegung, die eine Demokratisierung der DDR zum Ziel hat. Sie schickt Vertreterinnen und Vertreter an den → Zentralen Runden Tisch. Im Jahr 1991 fusioniert Demokratie Jetzt mit anderen Gruppen zur Partei → Bündnis 90.

DFB
Deutscher Fußball-Bund
Seit 1900 Dachverband der Fußballverbände der Bundesrepublik Deutschland

DFP
Deutsche Forumpartei
Als Abspaltung des → Neuen Forums im Januar 1990 gegründete liberale Partei. Schließt sich für die Parlamentswahl in der DDR am 18. März 1990 dem Wahlbündnis → Bund Freier Demokraten an. Im August 1990 gliedert sie sich in die westdeutsche → FDP ein.

DFV
Deutscher Fußball-Verband
Von 1958 bis 1990 Fußball-Verband der → DDR

DSU
Deutsche Soziale Union
Im Januar 1990 gegründete rechtskonservative Partei und Teil des Wahlbündnisses → Allianz für Deutschland.

DTSB
Deutscher Turn – und Sportbund
→ Massenorganisation der → DDR, für Breiten – und Leistungssport.

Einheitsliste
Einheitsliste der → Nationalen Front
Wahlliste, auf der alle Parteien und → Massenorganisationen ihre Kandidatinnen und Kandidaten zu einem gemeinsamen Wahlvorschlag vereinten. Mitglieder der → SED dominierten die Einheitsliste. Die Wählerinnen und Wähler konnten ihr nur im Ganzen zustimmen oder sie ablehnen. Letzteres war meist mit negativen Konsequenzen verbunden, sodass nur wenige Bürgerinnen und Bürger diesen Schritt gingen.

FDJ
Freie Deutsche Jugend
1946 in der → DDR gegründete → Massenorganisation für Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren. Die FDJ sollte dazu beitragen, die Jugendlichen für die → SED und ihre Politik zu gewinnen. 1989 sind ca. 88 % der Jugendlichen in der DDR FDJ-Mitglied. Eine Verweigerung der Mitgliedschaft oder ein Austritt kann negative Folgen haben, u.a. in Hinblick auf Ausbildungsmöglichkeiten.

FDP
Freie Demokratische Partei
1948 als liberale Partei in den drei westlichen Besatzungszonen gegründet.

F.D.P. der DDR
Freie Deutsche Partei der DDR
Offiziell im Februar 1990 gegründete liberale Partei und Teil des Wahlbündnisses → Bund Freier Demokraten. Die F.D.P. der DDR schließt sich im August 1990 der westdeutschen → FDP an.

Fischer, Werner
Bürgerrechtler und Mitbegründer der → IFM, im Dezember 1989 Mitglied der → AG Sicherheit des → Zentralen Runden Tisches. Im Januar 1990 zum Regierungsbevollmächtigten zur Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit ernannt. Bis Mai 1992 Leiter einer Arbeitsgruppe beim Berliner Senat, welche unter anderem die Personalüberprüfungen auf eine frühere Tätigkeit für das → MfS in der Berliner Verwaltung begleitete.

FDJ
Freie Deutsche Jugend
1946 in der → DDR gegründete → Massenorganisation für Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren. Die FDJ sollte dazu beitragen, die Jugendlichen für die → SED und ihre Politik zu gewinnen. 1989 sind ca. 88 % der Jugendlichen in der DDR FDJ-Mitglied. Eine Verweigerung der Mitgliedschaft oder ein Austritt kann negative Folgen haben, u.a. in Hinblick auf Ausbildungsmöglichkeiten.

FDP
Freie Demokratische Partei
1948 als liberale Partei in den drei westlichen Besatzungszonen gegründet.

F.D.P. der DDR
Freie Deutsche Partei der DDR
Offiziell im Februar 1990 gegründete liberale Partei und Teil des Wahlbündnisses → Bund Freier Demokraten. Die F.D.P. der DDR schließt sich im August 1990 der westdeutschen → FDP an.

Fischer, Werner
Bürgerrechtler und Mitbegründer der → IFM, im Dezember 1989 Mitglied der → AG Sicherheit des → Zentralen Runden Tisches. Im Januar 1990 zum Regierungsbevollmächtigten zur Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit ernannt. Bis Mai 1992 Leiter einer Arbeitsgruppe beim Berliner Senat, welche unter anderem die Personalüberprüfungen auf eine frühere Tätigkeit für das → MfS in der Berliner Verwaltung begleitete.

Fünf-Prozent-Hürde
Regelung in Wahlgesetzen, um eine zu starke Zersplitterung der Parlamente zu verhindern. Nur Parteien, die mehr als 5 % der Stimmen erreichen, ziehen in das Parlament ein.

Grünen, die
1980 in der Bundesrepublik gegründete grün-alternative Partei. Fusioniert 1993 mit der Partei → Bündnis 90.

Grünen, die
1980 in der Bundesrepublik gegründete grün-alternative Partei. Fusioniert 1993 mit der Partei → Bündnis 90.

Grünen, die (DDR)
Grüne Partei in der DDR, seit September 1990 Die Grünen
Offiziell im Februar 1990 gegründete Partei. Fusioniert im Dezember 1990 mit der westdeutschen Partei → Die Grünen.

HV A (Hauptverwaltung A / Hauptverwaltung Aufklärung)
1956 gegründeter Auslandsgeheimdienst der DDR, der Teil des → MfS war. Er war von den hauptsächlich im Inland tätigen Diensteinheiten der Staatssicherheit weitgehend abgeschirmt und blieb auch während der gegen das MfS gerichteten Proteste 1989/90 im Hintergrund. Zwar wurde auch der Auslandsgeheimdienst 1990 aufgelöst. Seine Abwicklung geschah jedoch weitgehend unkontrolliert. Der HV A war gestattet, ihre Akten bis auf wenige Ausnahmen zu vernichten.

Initiative für Frieden und Menschenrechte (IFM)
1986 gegründete Oppositionsgruppe in der → DDR. Die Mitglieder machen u. a. auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksame und dokumentieren diese. Die IFM ist Teil des Wahlbündnisses → Bündnis 90 zur Parlamentswahl am 18. März 1990.

Initiative für Frieden und Menschenrechte (IFM)
1986 gegründete Oppositionsgruppe in der → DDR. Die Mitglieder machen u. a. auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksame und dokumentieren diese. Die IFM ist Teil des Wahlbündnisses → Bündnis 90 zur Parlamentswahl am 18. März 1990.

Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit (IM)
Heimliche Informantinnen und Informanten der → Stasi aus der Bevölkerung, die sich zu Verschwiegenheit und Vertraulichkeit verpflichten. Für die Stasi sind die IM wichtigstes Mittel, um Informationen über Bürgerinnen und Bürger, gesellschaftliche Organisationen und Institutionen in der → DDR und im Ausland zu sammeln. Mit Hilfe der IM versucht die Stasi außerdem, Einfluss auf Personen und Ereignisse zu nehmen. 1989 verfügt die Stasi über ca. 189.000 IM.

Jüdischer Weltkongress
Internationale Vereinigung von jüdischen Gemeinschaften und Organisationen, 1936 in Genf gegründet. Er beansprucht, alle außerhalb Israels lebenden Jüdinnen und Juden zu vertreten.

KWO
Kabelwerk Oberspree
Großbetrieb im Berliner Ortsteil Schöneweide, vor allem bekannt für die Herstellung elektrischer Kabel und Leitungen, gehörte bis zum Ende der → DDR zu den größten und wichtigsten Betrieben Ost-Berlins.

LDP/LDPD
Liberal-Demokratische Partei Deutschlands
Im Juli 1945 in der → Sowjetischen Besatzungszone gegründet. Bis zum Herbst 1989 ordnet sie sich als → Blockpartei dem Machtanspruch der → SED unter. Bei der Parlamentswahl in der DDR am 18. März 1990 ist die Partei Teil des Wahlbündnisses → Bund Freier Demokraten. Fusionierte im August 1990 mit der westdeutschen → FDP.

LDP/LDPD
Liberal-Demokratische Partei Deutschlands
Im Juli 1945 in der → Sowjetischen Besatzungszone gegründet. Bis zum Herbst 1989 ordnet sie sich als → Blockpartei dem Machtanspruch der → SED unter. Bei der Parlamentswahl in der DDR am 18. März 1990 ist die Partei Teil des Wahlbündnisses → Bund Freier Demokraten. Fusionierte im August 1990 mit der westdeutschen → FDP.

Liberalen, Die
Fraktionszusammenschluss aus dem → Bund Freier Demokraten und der → NDPD im letzten Parlament der → DDR. Zusammen mit der → Allianz für Deutschland und der → SPD (DDR) bilden Die Liberalen die letzte DDR-Regierung.

Magistrat von Ost-Berlin
Stadtregierung von Ost-Berlin bestehend aus dem Oberbürgermeister (Vorsitzender des Magistrats), seinen acht Stellvertreterinnen und Stellvertretern dem Sekretär und acht weiteren Mitgliedern. Ab 1977 hieß die Stadtregierung offiziell Magistrat von Berlin, Hauptstadt der DDR.

Maikundgebung, Maifeiertag, 1. Mai
In der → DDR wird der 1. Mai als „Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus“ mit Paraden begangen. Die rote Nelke ist das Symbol des 1. Mai.

Massenorganisationen
Organisationen in der → DDR, die breite Teile der Bevölkerung in das politische System einbinden sollen. Die Massenorganisationen werden von der → SED kontrolliert.

MfS (Ministerium für Staatssicherheit)
→ Stasi

Magistrat von Ost-Berlin
Stadtregierung von Ost-Berlin bestehend aus dem Oberbürgermeister (Vorsitzender des Magistrats), seinen acht Stellvertreterinnen und Stellvertretern dem Sekretär und acht weiteren Mitgliedern. Ab 1977 hieß die Stadtregierung offiziell Magistrat von Berlin, Hauptstadt der DDR.

Maikundgebung, Maifeiertag, 1. Mai
In der → DDR wird der 1. Mai als „Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus“ mit Paraden begangen. Die rote Nelke ist das Symbol des 1. Mai.

Massenorganisationen
Organisationen in der → DDR, die breite Teile der Bevölkerung in das politische System einbinden sollen. Die Massenorganisationen werden von der → SED kontrolliert.

MfS (Ministerium für Staatssicherheit)
→ Stasi

Modrow, Hans
SED-Funktionär, während der Friedlichen Revolution im November 1989 zum Regierungschef der DDR ernannt. Amtierte bis zur Volkskammerwahl am 18. März 1990.

Nachehelicher Unterhalt
Finanzielle Unterstützung, die vom bedürftigen bzw. finanziell weniger gut situierten Partner nach der Scheidung eingefordert werden kann.

Nationale Front der DDR
Bis 1973 Nationale Front des demokratischen Deutschland
Von der → SED geführter Zusammenschluss der Parteien und → Massenorganisationen in der → DDR.

NDPD
National-Demokratische Partei Deutschlands
1948 in der → Sowjetischen Besatzungszone gegründete Partei, die sich bis zum Herbst 1989 als → Blockpartei dem Machtanspruch der → SED unterordnet. Bei der Parlamentswahl in der DDR am 18. März 1990 ist die Partei Teil des Wahlbündnisses → Bund Freier Demokraten. Fusionierte im August 1990 mit der westdeutschen → FDP.

Neues Forum
Größte Gruppe der Bürgerbewegung in der DDR, im September 1989 gegründet. Setzt sich für die Verwirklichung der Grundrechte und eine Demokratisierung der DDR ein und schickt Vertreterinnen und Vertreter an den → Zentralen Runden Tisch. Bei der Parlamentswahl in der DDR am 18. März 1990 gehört das Neue Forum zum Wahlbündnis → Bündnis 90. Teile des Neuen Forums gehen im September 1991 in der Partei Bündnis 90 auf.

Nachehelicher Unterhalt
Finanzielle Unterstützung, die vom bedürftigen bzw. finanziell weniger gut situierten Partner nach der Scheidung eingefordert werden kann.

Nationale Front der DDR
Bis 1973 Nationale Front des demokratischen Deutschland
Von der → SED geführter Zusammenschluss der Parteien und → Massenorganisationen in der → DDR.

NDPD
National-Demokratische Partei Deutschlands
1948 in der → Sowjetischen Besatzungszone gegründete Partei, die sich bis zum Herbst 1989 als → Blockpartei dem Machtanspruch der → SED unterordnet. Bei der Parlamentswahl in der DDR am 18. März 1990 ist die Partei Teil des Wahlbündnisses → Bund Freier Demokraten. Fusionierte im August 1990 mit der westdeutschen → FDP.

Neues Forum
Größte Gruppe der Bürgerbewegung in der DDR, im September 1989 gegründet. Setzt sich für die Verwirklichung der Grundrechte und eine Demokratisierung der DDR ein und schickt Vertreterinnen und Vertreter an den → Zentralen Runden Tisch. Bei der Parlamentswahl in der DDR am 18. März 1990 gehört das Neue Forum zum Wahlbündnis → Bündnis 90. Teile des Neuen Forums gehen im September 1991 in der Partei Bündnis 90 auf.

Normannenstraße
Straße in Berlin-Lichtenberg. Hier befand sich seit 1955 der Sitz der Zentrale des → Ministeriums für Staatssicherheit (MfS).

Oder-Neiße-Grenze
Auch: Oder-Neiße-Linie
Heutige deutsch-polnische Grenze, gebildet durch die Flüsse Oder und Lausitzer Neiße; die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges einigen sich auf diesen Grenzverlauf. Im Zuge der Wiedervereinigung lehnen viele Beteiligte, insbesondere Vertriebenenverbände die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze ab.

Ostermarsch
Findet jährlich in Form von Demonstrationen und Kundgebungen statt und wird von der Friedensbewegung organisiert. Die Ostermärsche stehen für Pazifismus und Antimilitarismus und haben ihren Ursprung in einer Kampagne von britischen Atomwaffengegnerinnen und -gegnern in den 1950er Jahren. Anfang der 1960er Jahre finden die ersten Ostermärsche in der Bundesrepublik statt.

Palast der Republik
Gebäude auf der Spreeinsel in Berlin-Mitte, das zwischen 1973 und 1976 gebaut wird. Es ist Sitz der → Volkskammer und bietet gleichzeitig Platz für öffentliche Veranstaltungen. Hinzu kommt ein umfangreiches Angebot an gastronomischen Einrichtungen. 1990 wird der Palast der Republik wegen seiner Asbestbelastung geschlossen und schließlich von 2006 bis 2008 abgerissen. Heute befindet sich dort das Humboldt-Forum.

PDS
Partei des demokratischen Sozialismus
Nachfolgepartei der → SED. Ging 2007 in der Partei Die Linke auf.

§ 175 Strafgesetzbuch der Bundesrepublik
Stellt sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe. Die Strafbestimmung wird in der DDR im Juli 1989 ersatzlos gestrichen. In der Bundesrepublik wird der Paragraph erst 1994 aufgehoben.

§ 218 Strafgesetzbuch der Bundesrepublik
Auch Abtreibungsparagraph genannt, stellt den Schwangerschaftsabbruch unter Strafe. Ausnahmen sind medizinische oder ethische Gründe (bspw. Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung).

Pionierorganisation „Ernst Thälmann“
→ Massenorganisation in der → DDR für Schülerinnen und Schüler vom ersten bis zum siebten Schuljahr. Sie wurde im September 1948 gegründet und der → FDJ unterstellt. Benannt wurde sie nach Ernst Thälmann, der von 1925 bis 1933 Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) war. 1989 waren etwa 98 % der Schülerinnen und Schüler in der Pionierorganisation Mitglied. Einer Aufnahme musste aktiv widersprochen werden, dies konnte negative Folgen für die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern haben. Die Pionierorganisation sollte dazu beitragen, Kinder sozialistisch zu erziehen.

Pogromnacht
Von den Nationalsozialisten initiierte Reihe von Gewaltanschlägen auf jüdisches Leben in Deutschland und Österreich in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938. Synagogen, jüdische Versammlungsräume, Geschäfte und Friedhöfe, aber auch Wohnungen von Jüdinnen und Juden werden zerstört. Nach der Pogromnacht wandelt sich die Diskriminierung jüdischer Bürgerinnen und Bürger in eine systematische Verfolgung.

Quellenschutz
Begriff der Geheimdienste, meint den unbedingten Schutz der bürgerlichen Identität von Agenten, mitunter auch des hauptamtlich tätigen Personals. Der Quellenschutz gilt innerhalb der Geheimdienste als wichtigste Voraussetzung für die erfolgreiche Anwerbung und Führung von Agenten und anderen Zuträgern.

Rehabilitation/Rehabilitierung
Wiedergutmachung für Menschen, die in der → DDR zu Unrecht bestraft wurden. Die Rehabilitierung geht meist mit einer finanziellen Entschädigung in Form einer Einmalzahlung oder einer Rente sowie einer Aufhebung von Gerichtsurteilen oder Verwaltungsverfügungen einher.

SED
Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
1946 durch die Zwangsvereinigung der SED und der → SPD in der → Sowjetischen Besatzungszone gegründet. Sie besetzt alle wichtigen Ämter und Funktionen in der → DDR und erhebt einen totalen Machtanspruch, den sie 1968 auch in der Verfassung der DDR festschreibt. In den 1980er Jahren hat die SED 2,3 Millionen Mitglieder. Im Dezember 1989, nachdem sie in der Friedlichen Revolution ihr Machtmonopol verloren hat, benennt sich die SED in SED-PDS um.

Sowjetische Besatzungszone (SBZ)
Die Alliierten (USA, Frankreich, Großbritannien, Sowjetunion) teilen Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in vier Besatzungszonen auf, besetzen diese militärisch und üben dort die Hoheitsgewalt aus. Die Sowjetunion erhält das Gebiet, das geographisch den neuen Bundesländern entspricht. Aus der Sowjetischen Besatzungszone geht 1949 die → DDR hervor.

Sozialabbau
Politisches Schlagwort, das den tatsächlichen oder gefühlten Abbau von Sozialleistungen in einem System beschreibt.

SPD
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts gegründete sozialdemokratische Partei. Während der nationalsozialistischen Herrschaft verboten und nach dem Zweiten Weltkrieg wiederbegründet.

SPD (DDR)
Sozialdemokratische Partei in der DDR
Entsteht im Oktober 1989 zunächst als SDP und wird im Januar 1990 in SPD umbenannt. Ende September 1990 fusioniert sie mit der westdeutschen → SPD.

Staatspartei
Übt die Herrschaft in einem Staat alleine aus. Sie kontrolliert alle wichtigen Staatsorgane und weite Teile der Gesellschaft u. a. dadurch, dass sie alle wichtigen Ämter und Funktionen mit Parteimitgliedern besetzt. In der → DDR war die → SED Staatspartei.

Ständige Vertretung der Bundesrepublik in der DDR
Botschaftsähnliche Einrichtung, die dem Sonderstatus zwischen der → DDR und der Bundesrepublik geschuldet ist. Die Bundesrepublik erkennt die DDR nicht als souveränen Staat an und tauscht somit auch keine Botschafter mit ihr aus.

Stasi
Ministerium für Staatssicherheit der DDR (MfS)
Nachrichtendienst und politische Geheimpolizei der → DDR, die 1950 gegründet wird. Die Stasi nimmt Aufgaben der Spionage und Spionageabwehr wahr. Gleichzeitig geht sie gegen tatsächliche oder vermeintliche politische Gegner der → SED vor und besitzt dafür polizeiliche und strafrechtliche Möglichkeiten. Für die SED ist die Stasi das wichtigste Repressionsorgan zur Sicherung der Herrschaft. Ende der 1980er Jahren hat die Stasi ca. 91.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ca. 189.000 → IM. Im März 1990 wird die Stasi offiziell aufgelöst.

Treuhandanstalt
Im Juni 1990 von der → Volkskammer geschaffen. Die Treuhandanstalt soll die Betriebe der → DDR, die zum größten Teil unter staatlicher Kontrolle sind, privatisieren, sanieren oder stilllegen. So soll die DDR-Wirtschaft umgestaltet und für die Überführung in marktwirtschaftliche Strukturen fit gemacht werden.

UN Kinderrechtskonvention
Abkürzung für das „Übereinkommen über die Rechte des Kindes“. Am 20. November 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet, legte weltweite Standards zum Schutz von Kindern fest.

Unabhängiger Frauenverband der DDR (UFV)
Anfang Dezember in Ost-Berlin gegründet. Er repräsentiert die vom Staat unabhängige Frauenbewegung in der → DDR und schickt Vertreterinnen an den → Zentralen Runden Tisch. Der UFV nimmt auch an den ersten freien Wahlen in der DDR teil und ist sowohl in der → Volkskammer als auch in den regionalen und lokalen Parlamenten vertreten. Ziel des UFV ist die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an politischen und ökonomischen Entscheidungen sowie der Schutz von Frauen in der Umbruchszeit 1989/90.

Versorgungsausgleich
Begriff aus dem Scheidungsrecht. Nach einer Scheidung besteht die Möglichkeit, Rentenpunkte des Partners/der Partnerin, der/die Vollzeit gearbeitet hat, auf die eigene Rente anrechnen zu lassen.

Volkseigener Betrieb (VEB)
Staatlicher bzw. verstaatlichter Betrieb in der → DDR. In der → Sowjetischen Besatzungszone und später der DDR werden die meisten Betriebe enteignet und unter Kontrolle des Staates gestellt.

Volksaufstand 17. Juni 1953
Aufstände und Streiks überall in der → DDR in den Tagen rund um den 17. Juni 1953. Die → SED ist nach dem Tod des sowjetischen Diktators Stalin im März 1953 zu einer Liberalisierung gezwungen. Sie setzt aber im Juni höhere Arbeitsleistungen für die Bürgerinnen und Bürger fest. Dies löst landesweit Streiks und Proteste aus. Die Demonstrierenden fordern die Rücknahme dieser Entscheidung. Der Volksaufstand richtet sich aber auch gegen soziale Probleme, Repression und mangelnde politische Freiheiten. Forderungen sind u. a. freie Wahlen, der Rücktritt der Regierung sowie die Wiedervereinigung. Der Volksaufstand wird von sowjetischen Truppen gewaltsam niedergeschlagen. Es sind mehr als 50 Todesopfer zu beklagen, über 10.000 Menschen werden inhaftiert.

Volkskammer
Parlament der → DDR. Formal ist die Volkskammer das oberste Gesetzgebungsorgan, faktisch besitzt sie aber nur wenig Einfluss. Die politischen Entscheidungen werden von der → SED getroffen. Bis März 1990 finden keine freien und geheimen Wahlen statt. Unter anderem deshalb wird die Volkskammer als Scheinparlament bezeichnet.

Volkspolizei
Deutsche Volkspolizei (DVP)
Polizei in der DDR.

Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion
Mit einem Staatsvertrag zwischen der → DDR und der Bundesrepublik am 18. Mai 1990 geschlossen und am 1. Juli 1990 in Kraft getreten. Die DDR übernimmt damit weitgehend das wirtschafts- und sozialpolitische System der Bundesrepublik. Gleichzeitig verschwindet die DDR-Mark und die D-Mark wird einziges Zahlungsmittel in der DDR.

Zentraler Runder Tisch
Gespräche zwischen Vertreterinnen und Vertretern der DDR-Regierung, der → Massenorganisationen, der → Blockparteien, der Oppositionen und der Kirchen zu Veränderungen in der → DDR. Es geht u. a. um das Ende der SED-Herrschaft, die Auflösung der → Stasi und die Demokratisierung der DDR. Der Zentrale Runde Tisch tagt ab Anfang Dezember 1989 fast wöchentlich und hat großen Einfluss auf die Arbeit der letzten DDR-Regierung. Auch in den Bezirken und Kreisen der DDR bilden sich Runde Tische.

Zentralrat der Juden in Deutschland
Dachorganisation der jüdischen Gemeinden und Landesverbände.

Zuverdienermodell
Modell der Arbeitsaufteilung innerhalb einer Partnerschaft, bei dem beide erwerbstätig sind, jedoch nur der Partner/die Partnerin mit dem höheren Gehalt in Vollzeit arbeitet. Die zweite Person arbeitet in Teilzeit und übernimmt den größeren Teil in der Hausarbeit und Familienbetreuung.